Meine Erfahrung mit Stress, Körper und innerer Ruhe
Immer wieder werde ich gefragt – und auch meine Mitübenden:
„Wirkt Qi Gong wirklich?“
Eine meiner liebsten Antworten darauf ist:
„Weißt du, wie Menschsein geht?“
Was bedeutet es, Mensch zu sein?
Welche Bedürfnisse haben wir?
Und wie müsste ein Umfeld aussehen, in dem wir wirklich bei uns selbst ankommen können?
Heute ist meine ehrlichste Antwort auf diese Fragen:
Qi Gong.
Denn gefühlt bin ich mein ganzes Leben lang auf der Suche danach gewesen, was dieses Menschsein ausmacht.
Schon immer waren Bewegung und Sport mein Zugang dazu – mein Körper war mein Weg. In jungen Jahren allerdings vor allem leistungsorientiert. Ich wollte hoch hinaus, auf die höchsten Berge. Glücklicherweise fand sich niemand, der mich mitnahm. 😉
Damals zählten für mich die Grenzerfahrungen.
Dabei spielt es gar keine Rolle, wo diese Grenze liegt. Im Vergleich zu anderen kann sie ohnehin nie erreicht werden. Es ging vielmehr darum, an meiner eigenen Grenze entlangzuschrammen, um mich überhaupt noch zu spüren.
Doch mein System setzte diese Grenzen irgendwann selbst.
Immer enger. Immer deutlicher.
Wenn der Körper beginnt zu sprechen
Je stressiger mein Leben wurde – Job, Freizeit, Sport, eigene Ansprüche und Erwartungen –, desto klarer begann mein Körper, mir Grenzen zu zeigen.
Es ging sogar so weit, dass ich beinahe sicher sein konnte:
Wenn ein Termin oder eine Situation meinem Inneren nicht entsprach, wurde ich krank oder unpässlich.
Das Verrückte daran:
Mir war dieser Zusammenhang nicht bewusst.
Ich konnte weder Ursache noch Wirkung erkennen.
Am Ende waren es meine Ohren, die Alarm schlugen – und mir paradoxerweise ein ganz leises Gehör verschafften.
Die Sehnsucht nach etwas Unsichtbarem
Tief in mir gab es schon immer diesen Wunsch, etwas zu tun, das Spuren in der Luft hinterlässt. Bewegungen wie unsichtbare Formen. Fließend. Weich. Ausdrucksvoll.
Doch ich wusste lange nicht, wonach ich eigentlich suchte.
Ich versuchte mich in gestaltender Kunst, doch es war nicht das, wonach sich mein System sehnte.
Bis ich eines Tages eine kleine Anzeige im Wochenblatt sah:
Tai-Chi-Kurs.
Das war mein Einstieg in die Welt der fernöstlichen Bewegungskünste – Tai Chi, Qi Gong und Meditation.
Und gleichzeitig der Beginn einer langsamen Erinnerung daran, wer ich wirklich bin.
Warum Qi Gong wirkt
Heute erlaube ich mir zu sagen:
Ja, Qi Gong wirkt.
Und vielleicht gelingt es mir sogar, ein wenig verständlich zu machen, warum.
Die Wirkung beginnt genau dort, wo wir gerade stehen: bei unserem rastlosen Geist, den kreisenden Gedanken und den Emotionen, die oft pausenlos in Bewegung sind.
Man könnte sagen:
Wir sind wie ein führerloser Zug auf Schienen.
Qi Gong steigt gewissermaßen in diesen Zug ein, verbindet sich mit unserer Bewegung und beginnt ganz langsam zu bremsen.
Bis wir irgendwann wieder zum Stillstand kommen.
Und das Faszinierende ist:
Der Zug weiß längst, wo sein Zuhause ist.
Qi Gong bringt uns dorthin zurück.
An unseren inneren Heimatbahnhof.
Dorthin, wo Regeneration möglich wird.
Wo wir auftanken.
Wo wir uns neu ausrichten.
Und wo wir wieder mit dem Wesentlichen verbunden sind:
mit uns selbst.
Vielleicht klingt das zu einfach.
Aber aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen:
Genau so einfach darf es sein.
Die einzige Herausforderung
Es gibt allerdings eine kleine Crux:
Man muss es tun.
Das ist Fluch und Segen zugleich.
Qi Gong ist ein Werkzeug, das jederzeit verfügbar ist.
Über Jahrtausende erprobt.
Sanft.
Alltagstauglich.
Und erstaunlich wirksam.
Eine kleine Übung für dich
Wenn du magst, probiere direkt jetzt eine ganz einfache Übung aus:
- Stelle beide Füße bewusst auf den Boden.
- Kralle deine Zehen sanft in den Untergrund – und lasse wieder los.
- Wenn du möchtest: Atme beim Krallen ein und beim Loslassen aus.
- Wiederhole das einige Male.
- Danach schaukle ganz sanft vor und zurück.
Mehr musst du fürs Erste gar nicht tun.
Und wenn ich dir noch ein kleines Geheimnis verraten darf:
Im Qi Gong geht es oft weniger darum, etwas zu tun – und viel mehr darum, etwas sein zu lassen.
Beobachte danach einmal
- Wie stehen deine Füße jetzt?
- Wie fühlt sich dein Atem an?
- Ist es im Kopf vielleicht etwas ruhiger geworden?
Qi Gong holt uns dort ab, wo wir gerade sind, und bringt uns dorthin zurück, wo wir hingehören:
zu uns selbst.
Was Qi Gong im Kern bewirken kann
- Beruhigung des Nervensystems
- Verfeinerung der Körperwahrnehmung
- Nachhaltiges Lösen von Spannungen
- Mehr innere Präsenz und Fokus
- Stärkung der Selbstwirksamkeit
Warum das Zehenkrallen im Qi Gong wirkt
Die wichtigsten Wirkungen nach meinem KABA-Prinzip zusammengefasst:
Körperlich
- fördert Erdung und Stabilität
- kräftigt die Fußmuskulatur
- unterstützt eine natürliche Aufrichtung
- schenkt Ruhe und Standfestigkeit
Atmung
- unterstützt eine tiefe und ruhige Bauchatmung
- fördert Entspannung und Regeneration
Bewusstsein
- stärkt Präsenz und Zentrierung
- reduziert innere Unruhe und „Kopfhitze“
- beruhigt und stabilisiert den Geist
Aktiviert
- stimuliert wichtige Energiebahnen (Meridiane)
- insbesondere Niere, Milz, Leber, Magen und Blase
Lust, Qi Gong selbst zu erleben?
Wenn du Resonanz spürst und Qi Gong in deinen Alltag integrieren möchtest, bist du herzlich willkommen:
Kostenfreie Schnupperstunde
75 Minuten online oder vor Ort
„Präventionskurse nach §20 SGB V“
Neue Kurse starten regelmäßig in kleinen Gruppen.
Einzelbegleitung
Individuelle Sessions für Stressregulation, besseren Schlaf und die Rückkehr in die eigene Mitte.
Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.
Herzlichst,
Heidi
2 Kommentare zu „Wirkt Qi Gong wirklich?“
-
Liebe Heidi, du hast Qi Gong so wundervoll beschrieben, dass ich direkt Lust bekommen habe! Ich habe vor einigen Jahren schon einmal ein wenig Bekanntschaft damit gemacht und es hat sich wirklich genau so angefühlt, wie du es beschreibst: „… etwas zu tun, das Spuren in der Luft hinterlässt. Bewegungen wie unsichtbare Formen. Fließend. Weich. Ausdrucksvoll.“
Und ganz ehrlich: Egal um was es geht, wenn wir Veränderung wollen, müssen wir etwas tun. Und für Qi Gong brauchen wir noch nicht mal eine besondere Ausstattung. Das einzige, was uns davon abhalten kann, sind wir selbst.
Ich melde mich bei dir, wegen eines Kurses und freue mich jetzt schon auf viele weitere Artikel von dir. ❤️-
Liebe Carolin,
oh, das freut mich aber sehr und wie wunderbar, dass Du Lust auf Qi Gong bekommen hast.Die nächsten 2 Wochen sind noch Ferien und ich verreise ein paar Tage.
Dann üben wir wieder und so gerne kannst Du „online“ reinschnuppern und schauen,
ob das etwas für Dich wäre.
Also melde Dich gerne nochmal, dann schicke ich Dir die Zoom Zugangsdaten.
Das Online Qi Gong ist immer Donnerstags 19:00 – 20:15 Uhr, der nächste Termin wäre dann der: 25.06.2026Und ganz lieben Dank für Deine Worte und Motivation.
Herzlichst,
Heidi
-
Schreibe einen Kommentar