– warum ich es heute weitergebe und lieber von Wandel als von Veränderung spreche
Qi Gong hat mein Leben nicht verändert.
Zumindest nicht so, wie wir Veränderungen meist verstehen.
Veränderungen kommen oft laut daher.
Sie überrumpeln uns und manchmal auch unser Umfeld.
Häufig entstehen sie aus Krisen oder aus der Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann.
Dann treffen wir Entscheidungen – spontan, emotional und
nicht selten mit wenig Herz und noch weniger Verstand.
Wir kündigen den Job, beenden eine Beziehung, sägen den Ast ab, auf dem wir eben noch saßen.
Ziehen um und wundern uns, warum trotzdem alles eckig bleibt,
wo wir doch endlich wieder rund sein wollten.
Man verbringt oft lange Zeit damit, die Scherben im Außen aufzusammeln –
und merkt erst später, dass auch im Inneren einiges wieder zusammenzuklauben ist.
Heute weiß ich, dass es noch etwas anderes gibt: den Wandel.
Er kommt leise, fast unbemerkt. Zuerst verändert er unsere Sicht auf die Dinge
und irgendwann ganz selbstverständlich unser Leben im Außen.
Wenn ich heute zurückblicke, sage ich deshalb:
Qi Gong hat mein Leben nicht verändert.
Es hat zuerst mich im Inneren gewandelt und irgendwann
folgte mein äußeres Leben ganz von selbst.
Auch der Name meiner Homepage entstand ganz natürlich.
Qi Wandel.
Fast so, als hätte er nur darauf gewartet, gefunden zu werden.
Meine ganz persönliche Energiewende eben.
Gerne erzähle ich Dir jetzt, wie ich zum Qi Gong kam und warum ich es heute von Herzen weitergebe.
Von außen schien alles zu passen
Mein Leben verlief zunächst klassisch.
Schule, Ausbildung, Studium, Beruf. Ich probierte vieles aus, lernte das Schneiderhandwerk, träumte davon,
Modedesignerin zu werden, ging auf Weltreise und arbeitete später in der Textilbranche
und im Familienbetrieb. Von außen betrachtet gab es kaum einen Grund, unzufrieden zu sein.
Und doch spürte ich immer häufiger, dass mir etwas fehlte.
Die Arbeitstage wurden länger, die Gedanken auch.
Abends fiel ich müde aufs Sofa und fragte mich manchmal, ob das schon alles gewesen sein sollte.
Es war mit niemals bewusst, dass meine eigentliche Suche gerade erst begann.
Damals hätte ich nicht sagen können, was mir fehlte.
Heute weiß ich:
● Nicht Erfolg fehlte mir.
● Nicht Aufgaben.
● Sondern ich selbst.
Eine kleine Anzeige mit großer Wirkung
Rückblickend glaube ich, dass da schon etwas in mir wusste, wonach ich mich sehnte.
Denn schon als Jugendliche zog es mich zum Judo und später zum Taekwondo.
Eines Tages entdeckte ich im Wochenblatt eine kleine Anzeige für einen Tai-Chi-Kurs.
Ich meldete mich kurzerhand an.
Es eröffnete sich mir eine Welt:
● der langsamen Bewegungen,
● der Aufmerksamkeit und
● der inneren Ruhe.
Tai-Chi tat mir gut.
Und doch blieb immer etwas Kämpferisches.
Auch die Meditation gehörte dazu.
Nach einem langen Arbeitstag auf einem Kissen zu sitzen und still zu werden,
war für mich nahezu unmöglich.
Maximal ein oder zwei Minuten hielt ich durch, stand auf und verließ den Raum.
Ich hielt die Stille nicht aus.
Und mich schon gar nicht.
Noch hatte ich keine Vorstellung davon, dass ich viele Jahre später Menschen begleiten würde,
denen es ganz ähnlich geht, wie mir damals.
Rückblickend war dieser Tai-Chi-Kurs der Anfang meines Weges zum Qi Gong
Als Qi Gong in mein Leben trat
Irgendwann begann unsere Tai-Chi-Schule auch das Qi Gong der Vier Jahreszeiten zu unterrichten.
Das kam so leicht und spielerisch daher, dass ich sofort Feuer und Flamme war.
Bis dahin war Qi Gong für mich nichts weiter als die Übungen zum Aufwärmen.
Ich hatte keinen blassen Schimmer, welche Bedeutung sie einmal für mein Leben bekommen würden.
Schon nach den ersten Stunden spürte ich eine Leichtigkeit, die ich bis dahin nicht gekannt hatte.
Es gab keinen Gegner mehr.
Niemanden, den ich besiegen musste.
Nicht einmal mich selbst.
Alles durfte mit in die Übung hinein:
● meine Sorgen,
● meine Wut,
● meine Traurigkeit
● und auch meine Gedanken, die sich manchmal benahmen wie ein unmöglicher Sack Flöhe.
Nichts musste verschwinden.
Alles war erlaubt oder sogar willkommen.
Mit der Zeit wurde der Atem ruhiger, die Gedanken leiser und zwischen all dem entstand etwas,
von dem ich gar nicht mehr wusste, dass es mir so lange gefehlt hatte:
innerer Raum.

Der eigentliche Wandel
Der Wandel und die Wirkung durch Qi Gong zeigte sich für mich nicht in einer einzigen Übungsstunde,
sondern vor allem im Alltag. Er kam so leise, dass ich ihn zunächst selbst kaum bemerkte.
Situationen, die mich früher tagelang beschäftigt hätten, verloren nach und nach ihre Macht.
Ich traf andere Entscheidungen, reduzierte meine Arbeitszeit, gab Verantwortung ab und vereinfachte mein Leben.
Das waren keine Veränderungen aus der Not heraus.
Es waren Entscheidungen, die aus meinem inneren Wandel entstanden.
Und plötzlich fühlten sich diese Schritte einfach richtig an.
Heute bin ich glücklich, wenn ich durch unseren Garten streife,
dem Summen unserer Bienen lausche, den Duft der Kräuter einatme und plötzlich merke: Ich bin da. Ganz bei mir.
Fortschritt erkenne ich nicht daran, wie schön eine Bewegung aussieht.
Ich erkenne ihn daran, wie ich dem Leben begegne.
Ob ich schneller wieder bei mir ankomme, über mich selbst schmunzeln kann,
gelassener bleibe, wenn es turbulent wird.
Und wie schnell ich wieder Frieden finde – mit mir selbst und mit anderen.
Warum ich heute Qi Gong unterrichte auf den Punkt gebracht
Diese Frage habe ich mir in den letzten zwanzig Jahren unzählige Male gestellt – und gelegentlich tue ich das heute noch.
Lapidar würde ich auf Schwäbisch sagen: „Des isch halt so naworra.“
Ach, wie ich unseren Dialekt liebe. In kaum einer anderen Sprache lassen sich die Dinge
mit so wenigen Worten so treffend auf den Punkt bringen.
Nie hätte ich für möglich gehalten, selbst einmal zu unterrichten, ich war eher zurückhaltend und
stand nicht gerne im Mittelpunkt. Aber dann boten sich Gelegenheiten. Unterricht zu übernehmen,
selber Qi Gong Kurse anzubieten, Räume taten sich auf, es ergab sich einfach.
Ganz ohne Plan – und so lernte und lerne ich noch immer
genauso viel wie meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Ich empfinde es als Geschenk, Menschen auf ihrem eigenen Weg begleiten zu dürfen.
Vor Kurzem hörte ich eine Tierärztin über ausgewilderte Pferde sagen:
Sie wirken kraftvoller, stolzer und freier. Dieser Satz ist mir geblieben.
Vielleicht ist genau das meine Motivation:
Menschen auf ihrem Weg in ein Stück mehr innerer und äußerer Freiheit zu begleiten.
Nein, ich kenne nicht alle Antworten, aber ich gehe genau diesen Weg für mich weiter,
Tag für Tag und Schritt für Schritt.
Wenn Menschen nach einer Stunde keine Worte mehr brauchen,
manchmal sogar grußlos und in Stille nach Hause gehen,
erfüllt mich das mit tiefer Dankbarkeit.
Es berührt mich, diese Ruhe in ihren Gesichtern zu sehen,
bisweilen im ganzen Menschen.
Anders als sie gekommen sind. Gewandelt.
Und ein bisschen hofft es in mir, dass sie an demselben stillen Ort in sich angekommen sind,
den ich damals so lange gesucht habe.
Mein Fazit
Qi Gong hat mich nicht zu einem anderen Menschen gemacht,
es ist mehr eine Wiederentdeckung meines natürlichen Selbst.
Es hat mich langsam wieder zu dem Menschen werden lassen,
der ich im Grunde immer war.
Für mich ist das der eigentliche Wandel.
Er geschieht nicht mit Druck und auch nicht über Nacht.
Er braucht Zeit, Geduld und die Bereitschaft, sich immer wieder auf den Weg zu machen.
Genau deshalb unterrichte ich heute Qi Gong.
Nicht weil ich am Ziel angekommen bin.
Sondern weil ich erfahren habe, wie viel Kraft und Freiheit darin liegt,
den eigenen Weg zu gehen –
und genau deshalb möchte ich dieses Geschenk heute weitergeben.
Möglicherweise ist jetzt Dein Moment?
Vielleicht hast Du Dich in diesem Artikel wiedergefunden und fragst Dich,
ob Qi Gong auch für Dich etwas in Bewegung bringen kann.
Du möchtest Qi Gong kennenlernen?
Dann lade ich Dich herzlich ein, Qi Gong selbst zu erleben.
Lesen kann inspirieren.
Wirklich erfahrbar wird Qi Gong jedoch erst durch das Üben.
Ich freue mich, Dich kennenzulernen und
Dich ein Stück auf Deinem Weg zu begleiten.
Wenn Du neugierig geworden bist, bist Du herzlich in einem meiner Kurse willkommen.
Und wenn Dich dieser Artikel berührt oder zum Nachdenken angeregt hat,
würde mich interessieren, wie Du über Wandel denkst.
Herzlichst,
Heidi
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