Qi Gong holt uns dort ab, wo wir gerade sind –
und bringt uns dorthin zurück, wo wir hingehören.
Qi Gong – ein paar einfache Bewegungen,
ein bewusster Atemzug und plötzlich die Frage:
Kann es wirklich so einfach sein?
Qi Gong ist viel mehr als Gymnastik.
Es kann eine Möglichkeit sein,
wieder im eigenen Körper anzukommen,
zur Ruhe und wieder ein Stück mehr zu sich selbst.
Was Qi Gong eigentlich ist, wie es wirkt und warum es manchmal
erstaunlich wenig braucht, um anzufangen,
erfährst Du in diesem Artikel
Gerne wird Qi Gong als eine Art Gymnastik abgetan, aber Qi Gong ist noch so viel mehr.
Es ist eine Form der Selbstfürsorge auf verschiedenen Ebenen.
Und, meine Schüler sagen immer wieder: „es tut einfach gut.“
Gut, die Bewegungen sind meist nicht so streng wie Yoga und
weniger anstrengend als Zirkeltraining.
Aber der Körper wird bewegt, in allen möglichen,
teilweise recht schrulligen und ungewöhnlichen Weisen,
was zugegebenermaßen auch schon mal zu Muskelkater führen kann.
Es sind jedoch meist einfache Bewegungen, nur manchmal etwas komplexer.
Man könnte sagen, man übt sich vom Groben ins Feine.
Gerne drängen sich mir beim Schreiben immer Vergleiche auf,
damit wir verstehen können, worum es geht.
Angenommen, wir beschließen, ein recht verwahrlostes Anwesen
wieder auf Vordermann zu bringen.
Da müsste erst einmal einiges getan werden:
Der Zugang zum Haus freigeräumt, Türen und Fenster gängig gemacht,
Leitungen gereinigt, die Energieversorgung instandgesetzt und
zuletzt das WLAN installiert werden.
Übertragen wir das einmal auf uns Menschen.
Vielleicht fangen wir auch hier erst einmal damit an,
in unserem Körper anzukommen – und räumen dabei den zugewucherten Weg zum Haus frei.
Dann werden die Gelenke beweglicher, Türen und Fenster gehen auf.
Die Meridiane werden durchlässiger, der Qi-Fluss reguliert sich –
Wasser und Strom im Haus fließen ungehindert.
Der Atem findet zu seinem natürlichen Rhythmus, so wie die
Frischluft das Haus und den Körper durchstömt.
Und irgendwann werden auch unsere Sinne feiner.
Der Sendersuchlauf beruhigt sich und geht auf Empfang.
1. Was ist Qi Gong – einfach erklärt
1.1 Was beim Qi Gong wirklich zusammengehört
Im Qi Gong üben wir mit dem gesamten Menschen.
Wir stärken nicht nur die Muskeln wie im Fitnesstraining,
beschäftigen uns nicht nur mit dem Atem wie in der Atemtherapie und
richten unsere Aufmerksamkeit auch nicht allein auf unsere Gedanken.
Bei einer Qi-Gong-Übung bewegen wir uns,
wir atmen und haben eine Vorstellung dazu.
Dabei haben alle drei Ebenen:
der Körper
der Atem und
der Geist,
den gleichen Stellenwert und gehören zusammen.
Das sind wir, eine Einheit daraus, untrennbar verbunden.
Diese Ebenen werden im Qi Gong Jing, Qi und Shen genannt.
Nein, es wird nicht chinesisch, aber ich möchte Dich
von Anfang an mitnehmen in die Welt des Qi Gong.
Du wirst nach und nach im Blog die entsprechenden Artikel finden …
Ich erkläre das im Kurs immer ganz einfach:
● Jing: der Körper, das, was wir sehen
● Qi: der Atem und alles, was sich in uns bewegt, was wir spüren
● Shen: Bewusstsein, Geist und Aufmerksamkeit, das, was wir nicht sehen
Beim Üben verbinden wir schließlich alles miteinander:
Bewegung, Atem und Bewußstein.
Wir arbeiten also nie nur mit dem Körper, sondern gleichwertig mit allen drei Ebenen.
1.2 Zwischen Bewegung und Stille
Qi Gong basiert im Prinzip auf Bewegung und Ruhe.
Unser Vergleich vom Groben zum Feinen passt auch hier:
Oft beginnen wir mit der Bewegung.
Wir holen uns damit zurück in unseren Körper,
regulieren die drei Ebenen, kultivieren und stärken sie.
Und irgendwann darf es ruhiger werden.
Die Bewegungen werden kleiner, die Aufmerksamkeit feiner.
Wir kommen mehr und mehr in die Stille.
Bewegung und Ruhe gehören im Qi Gong zusammen.
Das eine bereitet den Weg für das andere.
1.3 Qi Gong kann ganz unterschiedlich aussehen
Qi Gong bietet uns Übungen in Bewegung und Stille.
Manche üben wir im Stehen, andere im Sitzen oder auch im Gehen,
hi und da sogar im Liegen.
Obacht, jetzt wird’s wieder chinesisch:
● Dong Gong: bewegtes Qi Gong
● Jing Gong: stilles Qi Gong
Unter diesen beiden großen Bereichen gibt es unzählige unterschiedliche Übungen, Stile und Formen.
1.4 Wie funktioniert Qi Gong eigentlich?
Qi Gong betrachtet und bewegt den Menschen in seiner Ganzheit.
Durch die Bewegung kommen die Dinge wieder in Fluss und können sich neu regulieren.
Körper, Energie und Geist sind dabei untrennbar miteinander verbunden.
Verändern wir etwas auf einer Ebene, wirkt sich das auch auf die anderen aus.
Um nochmals auf unser Haus zurückzukommen:
Fangen wir an, all die groben Aufräumarbeiten auszuführen,
kann es durchaus passieren, dass wieder sauberes Wasser aus dem
Wasserhahn kommt und im Winter die Heizung funktioniert.
Und so beginnt Qi Gong oft im Groben und führt uns nach und nach ins Feine.
Zuerst werden die Gelenke geschmeidiger, die Sehnen und Bänder elastischer,
die Meridiane durchlässiger, unsere Sinne geschäft.
Irgendwann beginnt unser System dann, sich selbst zu regulieren.
2. Wie wirkt Qi Gong – und was bringt es mir?
2.1 Wenn die Dinge wieder in Ordnung kommen
Qi Gong wirkt, indem es die natürliche Ordnung wiederherstellt.
Erinnern wir uns nochmals an das Bild mit dem verwilderten Anwesen,
so können wir uns das gut vorstellen.
Es muss vom Keller bis zum Dach entrümpelt, aufgeräumt, repariert und renoviert werden.
So bewirkt Qi Gong zum Beispiel, dass wir uns wieder erden und
über unsere Füße bis tief in die Erde einen Kontakt spüren –
eine Verbundenheit zwischen unserem Körper und dem Grund, auf dem wir stehen.
Wir kommen wieder in unsere Präsenz und werden eins –
mit Körper, Energie und Bewusstsein.
Die Meridiane werden durch die Übungen gedehnt und durchlässig,
sodass die uns versorgende Energie wieder fließen kann.
Unsere Sinnesorgane werden geschärft. Wir nehmen wieder wahr,
was da alles auf uns einprasselt und fangen an zu selektieren, ob es uns überhaupt guttut.
So vermag das Üben von Qi Gong uns dabei zu helfen,
wieder mehr zu uns selbst zurückzufinden.
Wir spüren wieder, wo unsere Grenzen sind,
wie unser Atem fließt und was unsere Gedanken machen.
Nach und nach kehrt die Ruhe zurück.
Der Körper ist stabiler, die Energie fließt harmonisch,
der Atem in seinem natürlichen Rhythmus.
Auch die Gedanken werden allmählich stiller,
womöglich, weil sie ihre Natur ist.
2.2 Wofür ist Qi Gong gut?
Qi Gong ist besonders dann gut, wenn wir nach einer ganzheitlichen Methode suchen,
die wir selbst erlernen und für uns üben können.
So kommen wir ins Handeln und haben ein Handwerkszeug,
um uns in bestimmten Situationen selbst zu helfen.
Es ist eine Pflege des Menschseins, ein immerwährendes Korrektiv,
das uns regelmäßig zu uns selbst zurückbringt.
Gerade so, wie wir ein Anwesen nach der Wiederherstellung instandhalten
– wöchentlich, täglich.
Das alles kann sich natürlich auch auf unsere Gesundheit auswirken:
● der Körper wird: beweglicher und stabiler, gedehnt und gekräftigt
● wir atmen: bewusster und tiefer, natürlicher
● unser Geist: wird ruhiger und klarer
Durch die Ruhe und das regelmäßige Üben kann auch unser Nervensystem lernen,
immer wieder aus der Anspannung herauszufinden.
Wie wenn wir eine körperliche, energetische und geistige Kehrwoche einführen würden.
Aber Qi Gong hat nicht nur mit seiner Wirkung zu tun.
Es hat auch ganz praktische Vorteile.
2.3 Das Praktische daran: Qi Gong braucht nicht viel
Der mit Abstand größte Vorteil von Qi Gong ist:
Es ist einfach und unglaublich leicht zu erlernen.
Die Übungen lassen sich an viele körperliche Voraussetzungen anpassen,
sind schnell umzusetzen und können dennoch erstaunlich viel bewirken.
Am Anfang gibt es keine Fehler in der Übungspraxis.
Die Übungen werden erst einmal genauso ausgeführt, wie es eben geht.
Und das ist auch in Ordnung.
Qi Gong steht uns 24/7 zur Verfügung und braucht keinerlei Hilfsmittel oder Ausrüstung.
Kein Vergleichen und kein Messen nach dem Motto:
schneller, höher, weiter, steht uns im Weg.
Die einzige Herausforderung dabei ist wirklich nur: es zu tun.
3. Könnte Qi Gong etwas für mich sein?
3.1 Für wen ist Qi Gong geeignet?
Ich finde ja immer, die ganze Welt sollte Qi Gong üben, und so empfehle ich es auch jedem.
Manchmal fragen mich Leute um Rat und gebetsmühlenartig rutscht mir meistens auch raus:
„Probier`s doch mal mit Qi Gong.“
Es kommt schon vor, dass es nicht zum aktuellen Lebensstil passen mag.
Wenn man sich gerade auf der Überholspur befindet, das Studium einem um die Ohren fliegt,
der erste Job einen okkupiert und man dabei ist, sein Leben zu installieren.
Das verstehe ich nur zu gut.
Aber vielleicht ist das dann auch eine grundsätzliche Entscheidung,
die man erst für sich fällen kann, wenn so ein leises Stimmchen in einem anfängt zu nerven.
Am besten ist es immer, Qi Gong einfach auszuprobieren
und für sich selbst herauszufinden, ob es zu einem passt.
3.2 Wie fange ich mit Qi Gong an?
Ich empfehle jedem, der sich für Qi Gong interessiert,
sich nach einer guten Lehrerin oder einem guten Lehrer umzuschauen.
Qi-Gong-Kurse werden mittlerweile recht häufig angeboten
und oft sogar von den Krankenkassen als Präventionskurse finanziell unterstützt.
Ein guter Einstieg ist vor allem: ausprobieren.
Nicht zu lange darüber nachdenken, ob man es richtig macht oder ob man dafür geeignet ist.
Sich bewegen, atmen, spüren und schauen, was passiert.
Irgendwann merkt man dann voller Überraschung,
dass man nicht nur eine neue Übung gelernt hat, sondern eine Methode gefunden hat,
immer wieder zu sich selbst zurückzukommen.
4. Mein Fazit:
Qi Gong ist immer eine Einladung zu mehr Selbst.
Es kostet Disziplin, sich nach innen zu wenden, sich auszuhalten und sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Aber für mich ist es mittlerweile zu einer der spannendsten Beschäftigungen geworden.
Es ist mir Trost, Licht und Hoffnung.
Ich möchte fast behaupten, dass es eines der wichtigsten Handwerkszeuge ist,
um in dieser doch recht turbulenten Zeit mein Menschsein zu verteidigen.
Und, bist Du neugierig geworden?
Hast Du jetzt ein Gefühl und Eindruck davon, was Qi Gong sein könnte?
Oder Du fragst Dich jetzt, ob Qi Gong auch für Dich etwas in Bewegung bringen kann …
Dann lade ich Dich herzlich ein, Qi Gong selbst zu erleben.
Lesen kann inspirieren.
Wirklich erfahrbar wird Qi Gong jedoch erst durch das Üben.
Ich freue mich, Dich kennenzulernen und
Dich ein Stück auf Deinem Weg zu begleiten.
Wenn Du jetzt Lust bekommen hast,
Qi Gong selbst auszuprobieren, bist Du herzlich in einem meiner Kurse willkommen.
Falls Dich dieser Artikel berührt oder zum Nachdenken angeregt hat,
erzähl mir gerne, was Dich sonst noch an Qi Gong interessiert.
Hier gehts zu meinen Kursen: QI GONG
Lass uns in Verbindung kommen: KONTAKT
Herzlichst,
Heidi

Qi Gong und Meditation begleiten mich seit vielen Jahren.
Immer wieder staune ich, was wenige Bewegungen und Momente des Innehaltens bewirken können.
Gerne begleite ich Menschen mit Qi Gong, Meditation und achtsamen Impulsen dabei, wieder mehr bei sich anzukommen.
In „Frühstück mit Madonna“ finden sich Gedanken zu Qi Gong, Meditation, Achtsamkeit und das Leben – mit all seinen kleinen und großen Fragen.
Herzlichst, Heidi
Schreibe einen Kommentar